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Sociale Netzwerke und Datenschutz
Daten schützen
Tags: online reputation, social networks, Umgang mit Daten
In sogenannten Social Networks – sozialen Netzwerken – verbinden sich Nutzer untereinander und geben – mal mehr mal weniger – Informationen über sich selbst und andere preis.
Letztlich ist das ja auch in Ordnung und niemand kann etwas dagegen haben, wenn Daten die er selbst online gestellt hat abrufbar sind.
Aber nicht immer denken wir vorher darüber nach, wer welche Daten von uns so sammeln kann.
Ist man z.B. in mehreren sozialen Netzwerken unterwegs, denkt man vielleicht nicht daran, dass die Informationen aus mehreren Netzwerken auch zusammengeführt werden können. Doch Forschern ist nun genau dies gelungen und es darf getrost bezweifelt werden, dass es vorher niemanden gab, der auf diesen Gedanken gekommen ist oder ihn gar bereits umgesetzt hat.
Personalabteilungen prüfen heute in vielen Fällen bereits Bewerber über das Internet. Hierfür bedarf es erstmal keiner großen Fachkenntnisse in vielen Fällen sind bereits die Aussagen, die eine einfache Suche nach Vor- und Nachnamen auswirft ausreichend um einen Bewerber – je nach Position auf die er sich beworben hat – ggf. aus zu sortieren. Natürlich gibt es auch noch viele andere Interessenten, die ggf. die Online Reputation einer Person oder Firma prüfen. Hier ist es durchaus sinvoll, für eine entsprechend Positive Reputation zu sorgen.
Schon hier muss man also aufpassen, damit nicht eventuell der Wunscharbeitgeber die Fotos des letzten Saufgelages findet.
Über Twitter, Flickr, StudiVZ und co. gibt es aber noch ganz andere Möglichkeiten. So verkaufen diese z.B. für Werbetreibende interessante Informationen. Selbstverständlich anonymisiert. Für sich genommen zumindest. Aber:
Wie das Branchenportal Technology Review berichtet, werden die Nutzerdaten vonseiten der Betreiber zwar standardgemäß “anonymisiert”, bevor sie etwa an Marktforscher und Werbetreibende verkauft werden. Kombiniert man diese Daten mit jenen Informationen, die bei anderen Online-Quellen zur Verfügung stehen, offenbaren sich dennoch sensible Hinweise auf die Identitäten der User. Ein Drittel jener angeblich anonymer Nutzer, die neben Twitter gleichzeitig über einen Flickr-Account verfügen, konnte so identifiziert werden.
Quelle: TecChannel
Wir sehen also: Personenbezogenes Marketing ist heute keine Science Fiction Vision mehr, sondern bereits bittere Realität. Dass diese Daten auch noch für weit unangenehmere Zwecke misbraucht werden könnten, kann sich denke ich jeder selbst denken.
Somit kann ich mich Marit Hansen, der stellvertretenden Leiterin des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, nur anschließen:
Die größte Datenschutzgefahr im Web geht nach wie vor von den bereitwillig zur Verfügung gestellten Informationen der User selbst aus.
Man möge folglich bitte darauf achten, welche Daten man über wen ins Internet stellt und ob es wirklich nötig ist, das Gesicht einer Person auf einem Foto mit dessen Internetprofil zu verknüpfen oder ob es nicht viel sinnvoller ist, wenn diejenigen, die denjenigen sowieso kennen direkt auf dessen Profil gehen und alle die denjenigen nicht kennen darauf warten, bis sie ihm im echten Leben mal über den Weg laufen.
2 Kommentare for Sociale Netzwerke und Datenschutz
Bin gerade noch über die Studie selbst gestolpert, ist ja vlt. interessant für den ein oder anderen: http://www.cs.utexas.edu/~shmat/shmat_oak09.pdf
13. Mai 2009
Danke dir, Frank – ist zwar alles ein bisschen sehr mathematisch und extrem wissenschaftlich ausgedrückt, aber vielleicht kann denen ja trotzdem der ein oder andere folgen.
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13. Mai 2009