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Deutsche Kinderhilfe – pro Internet Zensur
Zensur
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Die Deutsche Kinderhilfe – eine Organisation, die erstmal sehr seriös klingt, deren Seriosität nach einer Google Suche aber einen groben Dämpfer bekommt – ist für die Internet Zensur.
Nun generell ist es bei einer solchen Organisation nicht verwunderlich, dass sie bei allem was augenscheinlich für Kinder getan wird begeistert ist, auch muss man dahinter keine Experten erwarten, die sich mit dem Internet oder der Kinderpornografie auskennen – es gibt schließlich ausreichend andere Bereiche in denen man Kindern helfen kann. Es würde mich normalerweise auch wenig stören.
Diese Organisation hat nun allerdings eine Petition gegen die ePetition gegen Internet Zensur, die neben über 76.000 anderen auch ich mitzeichne, auf die Beine gestellt. Man will dort 100.000 Stimmen zusammen bekommen.
Grandios daran ist, wofür man dort unterschreiben soll:
Ja, ich stimme für das Gesetz gegen Kinderpornographie im Internet ab
Na toll. Brauchen wir denn das? Kinderpornografie ist doch bereits verboten, dafür brauchen wir wirklich kein neues Gesetz. Und da das Verbot medienübergreifend gilt, brauchen wir auch kein seperates Verbot für das Internet.
Ich muss also davon ausgehen, dass die Initiatoren der Petition nicht mal wissen, wofür sie sich eigentlich stark machen – oder es den Unterzeichnenden nicht so deutlich sagen wollen. Aber das wäre natürlich eine böse Unterstellung.
Genauso daneben auch die Pressemitteilung oder was das darstellen soll:
Unterstützen Sie die Kampagne „Stopp! Meine Stimme gegen Kinder“pornographie“ im Internet“, indem Sie auf der als Anlage beigefügten Liste Unterschriften für die Sperrung kinder“pornographischer“ Seiten im Netz sammeln. Es darf kein Grundrecht auf Verbreitung kinder“pornographischer“ Seiten geben. Was für Druckwerke und Zeitungen gilt, muss auch im Internet gelten – denn das Internet ist kein rechtsfreier Raum!
Richtig, was gilt, das gilt. Das ist aber schon so. Diejenigen, die Kinderpornografie im Internet verbreiten können – zumindest in Deutschland und vielen anderen Ländern – rechtlich belangt werden. Die Server können abgeschaltet werden. Genauso wie man einen Verlag der Kinderpornografie in seiner Tageszeitung abdruckt vermutlich ohne weiteres dicht machen würde, bis die Ermittlungen abgeschlossen und sichergestellt ist, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.
Aber es fordert doch auch niemand ein Grundrecht auf eine Verbreitung solcher Seiten. Im Gegenteil, die Gegner der Internet Zensur sehen diese nur als ungeeignetes Mittel an und würden eine schärfere Strafverfolgung auf der Stelle befürworten.
Ich sehe also grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder möchte der Veranstallter dieses Theaters die Unterschriten von Leuten ergaunern, indem der gesamte Hintergrund verschleiert und umgedeutet wird oder die haben selbst nicht verstanden worum es überhaupt geht. Aber dann sollte man keine Petition in die Wege leiten. Bleibt eigentlich nur noch die Schlussfolgerung, dass es da nicht ganz sauber zu geht und hier heftigst Stimmungsmache betrieben werden soll.
Nun gibt es also zusätzlich zur Zensursula noch eine Propaganda Organisation.
Die einzige Antwort dazu kann sein, die ePetition zu zeichnen und damit klare Zeichen zu setzen.
Ganz nebenbei erwähnt sei ein Artikel des Tagesspiegels. Dort geht es um das geplante Paintball-Verbot sowie auch um die Zensur. Und warum der Staat sich auf gefährliches Terrain begibt bzw. aufhört Probleme zu lösen und stattdessen selbst zu einem zu werden.
[15.05.2009] UPDATE:
Da dieser Artikel 13 Stunden vorher veröffentlicht wurde, konnte ich den Artikel auf F!XMBR nicht mit einbauen. Ich kann diese Lektüre aber wirklich nur dringlichst empfehlen – genau wie den Artikel beim Spiegelfechter der weitere Hintergründe der Deutschen Kinderhilfe aufdeckt. Bitte lest diese beiden Artikel – gründlich.
Zensur hilft NICHT!
1 Kommentar for Deutsche Kinderhilfe – pro Internet Zensur
Gut geschrieben. Gefällt mir dein Artikel. Zum Paintballverbot aber auch zu den Kinderpornosperren sollte man sich, zumindest wenn man was zum Lachen braucht… mal die Seite von Dr. Wiefelspütz auf abgeordnetenwatch.de anschauen.
Ich weiß nicht ob die älteren Beiträge dort so ohne weiteres verlinkt sind und gefunden werden können.Ein Link befindet sich in meinem 2. Artikel bezüglich der Änderungen des Telemediengesetzes, um nicht Kinderpornosperren zu sagen.
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26. Mai 2009